Kloster Ausstellung
Kloster Atelier ca. Dezember 2025
Die "sunk cost fallacy" und das Kapuzinerkloster
Eine kleine Vernissage
Die Idee für eine Ausstellung kam mir lustigerweise in einer Klinik. Aufgrund psychischer Schwierigkeiten war ich dort von ca. Februar bis etwa Mai dort. In dieser Zeit habe ich das erste mal begonnen zu malen. Es lag mir nicht. Das erste Bild war ein Geschenk für einen Mitpatientin, die eine Mutter war. Ihr Schicksal ist traurig. Ich seh sie manchmal, aber sie mich nicht oder will nicht. Jedenfalls war das zweite Bild schon um einiges Besser und dort kam es Instinktiv. Nach dem ich mehrere Bilder schuf, wollte ich Sie Ausstellen. Austellung. Vielen Dank für meine Freunde die vorbeikamen. Was Sie unten sehen als Beispielbild ist ein Selbstportrait. Das Format war sicher 3-4 Meter mal 2 Meter, also ein anpsruchvolles Projekt. Als ich das Bild fertig malte und am nächsten Morgen aufstand, war das Zimmer in welches sich das Selbstportrait befand, abgeschlossen. Es war zu Morbid und zu Triggering. Auch durfte es nicht ausgestellt werden. Später wollten ich und mein Kolleg das Selbstportrait bei ihm aufhängen, jedoch wurde das auch nicht erlaubt, der Grund war das morbide Thema. Auf dem Bild befindet sich das Bild noch in der Entwicklung, der Sarg wurde erst angefangen.
Selbstportrait mit Sarg, 2021
Neue Chance
Während der Vernissage hatte ich ein Gespräch mit Bruder P. Bruder P ist eine wichtige Person in meinem Werdegang als Künstler und natürlich auch ein unersetzbarer Kollege. Er ermöglichte uns ein "autonomes Jugendzentrum", ein Rückzugsort für meinen Freundeskreis. Als wir das Gespräch fortsetzten fragt er mich, ob ich schon eine nächste Ausstellung plane, denn er hätte einen Raum. Der Kapuzinerkloster Wesemelin. Ich willigte natürlich sofort ein und so entstand die Idee, meine zweite Ausstellung.
Kreuzigung, 2021
Das Atelier
Und so vergingen die ersten Monate nach der Vernissage. Zuhause machte ich weiter,
war jedoch sehr uninspiriert. Die erste Ausstellung hatte keinen Faden, ich wusste nicht mal was meine Identität als
Künstler bedeutet, was mich anspricht, was ich verfolge. Also wollte ich mit meiner zweite Austellung diese Fragen
beantworten.
Das erste Konzept war die Idee, christliche Mythen und Darstellungen neu zu intepretieren. Der Einfluss
des Christentums in der westliche Kunst ist unabstreitbar. Zum Beispiel die Kreuzigung. Von Albrecht Dürrer und Raffael
bis zu Salvador Dali wurde das gleiche Thema immer wieder neu intepretiert, Referenzen gemacht, Prioritäten gesetzt. Meine
Idee war, blöd gesagt, meinen Senf dazuzugeben. Also wagte ich mich direkt an die Kreuzigung (was Sie unten sehen).
Die Idee war Jesus als Mensch darzustellen, ganz nach den Humanisten. Der Leid stand im Vordergrund. Jesus nicht zu
idealisieren sondern "Ecce Homo". Die Idee war auch ein Triptychon zu erschaffen und jeweils Maria und Johannes auf
beiden Seiten zu haben. Es wurden insgesamt etwa 3/4 Gemälde erstellt, alle im Format von 120cm x 120cm (ausser das eine ist 240cm x 120cm).
Kreuzigung, 2023
Das kreative Loch
Nachdem ich das vierte Bild fertig brachte, war mein Kopf leer. Mir war es wichtig das der rote Faden, bzw. mein Konzept erhalten bleibt. Doch nach 4 Bilder hat ich auch die Schnauze voll. Ich realisierte das das Thema mich garnicht interessiert, zumal ich natürlich ein Atheist bin und ich mich nicht "sehr" fürs Christentum interessiere. Auch gefiel der Stil nicht. Es bedeutete mir nicht viel. Zwar war die Recherche (ich musste mich über mehrere dicke Bücher wälzen) und die Entwicklung meines Stiles sehr massgebend für andere Konzepte, aber ich wusste ich steckte in eine Sackgasse. Das Problem war, ich wollte nicht 2 Jahre Arbeit wegschmeissen (sunken cost fallacy). Lustigerweise brauchte ich wirklich 2 Jahre um dieses Problem zu realsieren.
Kreuzigung Seitenflügel, 2023
Lösung vor der Nase
Also war ich im Loch. Tagelang wollte nichts in mein Kopf. Als Spass oder Seitensprung fing ich an mit Stencil und Edding zu arbeiten, ganz ungewohnt von meinem sonstigen Stil, Öl und Acryl. Es waren vorallem politische Themen oder auch Bilder die mich ästethisch ansprachen. Für mich hatten diese Bilder keinen "künstlerischen" Wert, sie waren Experimente, alleinstehende Werke. Irgendwann spät in der Nacht, als ich wieder angetrunken im Atelier sass, kam mir der Gedanke. Was mir wirklich Spass machte waren keine Neuintepretationen, sondern Politische Satire, oder auch starke Kontraste und abstrakte Illustrationen. Also fing ich von vorne an und das Konzept "Resist" war geboren.
Reist, 2025
Wieder der Holzweg
Ich arbeite an den neuen Bilder. 3 Bilder entstehen in ähnliche Formate. Wieder bin ich im Loch.
Ich habe die Ideen, ich habe das Können und Kraft aber ich fühle nichts. Jetzt komm ich wirklich nicht weiter. Als ich wieder
im Atelier sitze kommt mir eine andere Perspektive. Vielleicht war das Problem nicht die Thematik, sondern das Konzept von einer
Ausstellung. Es schränkt mich ein, es zwingt mich auf Formate und Thematik. Also gab ich die Idee ganz auf. Einfach so. Stundenlanges
arbeiten, Ideen und Recherche, die Nervenzusammenbrüche und das nicht genügen für nicht. Gar nichts.
Aber ich liess los, ich wollte meine ganze Existenz als Künstler nicht auf Ausstellungen und Werke reduzieren. Ich will machen was ich will.
Natürlich will ich die Bilder präsentieren, aber nicht als Ausstellung sondern einfach eine Werkesammlung. Vielleicht muss es auch nicht
nur real sein, sondern Virtuell. Vielleicht lustig verpackt in einen satirischen Kommentar. Vielleicht.